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WiiDJ

In der De:Bug Nr129 (Jan/Feb09) gibt es ein Interview mit Nikolai Seizov. Es geht um den Wii Controller und wie er von DJs eingesetzt werden kann und was das bringt.

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(Foto by Reintji)

Hier ein paar Auszüge:

Debug: Dass die Wii unpräzise ist, kann doch auch eine Inspirationsquelle sein?

Seizov: Ja, genau. Der Knackpunkt ist vor allem, dass es ein unglaublicher Unterschied ist, wenn du deinen Körper benutzt, um dich in Klängen auszudrücken. Im Gegensatz zum Klicken und Tippen mit Maus und Tastatur bringt es das Element der Kreativität auf ein ganz neues Level. Man fühlt sich von den Zwängen der Maschine befreit. Du kannst ein Mensch sein, während du Musik machst.

(…)

Seizov: Die Befreiung findet natürlich nur in der physischen Welt statt. Es geht einfach darum, nicht mehr in einem Stuhl vor dem Schreibtisch zu hocken. Das ist es nämlich, was mich am Musikmachen nervt. Den ganzen Tag sitzt man rum. Das ist nicht die Natur des Menschen. Ich will Wege finden, mich davon zu lösen. Im Sommer habe ich zum Beispiel einen Track im Stehen produziert und der war so anders als der Rest. Man konnte die Energie spüren. Für mich ist die Zukunft der elektronischen Musik, die eigene Kreativität in einer menschlichen Art und Weise nutzen zu können. Weg vom Schreibtisch, weg von den Maschinen.

Debug: Auf der Bühne geht es dir also auch darum, kein Laptop-starrender Nerd zu sein?

Seizov: Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn da jemand auf der Bühne steht und sich nicht gut fühlt bei dem, was er tut, dann wird auch das Publikum nicht gut finden, was er tut. Wenn du auf der Bühne stehst vor deinem Laptop und dann sind da 2000 Parameter, die du kontrollieren musst, die jeden Moment kollabieren können, dann kannst du dich gar nicht wohl fühlen. Das ist einfach eine stressige Situation. Ich will das nicht. Ich kann das nicht genießen. Und wenn du selbst das nicht genießt, wird das Publikum das erst recht nicht tun. Ich möchte vom PC befreit sein und mit dem Publikum verbunden sein. Das fasziniert mich. Im anderen Fall ist man doch nur eine Verlängerung des PCs. Der steht im Mittelpunkt. Man ist kein führendes Element der Performance.

Um den Wii-Controller zum Musikmachen zu benutzen, braucht man lediglich einen Computer mit Bluetooth. Die nötige Software bekommt man kostenlos im Netz. Man kann sie in zwei Kategorien aufteilen: Stand-Alone-Programme und Applikationen, die Wii-Daten in Midi umwandeln, um damit Software zu steuern. Man kann, wenn man ein MIDI-Interface besitzt, sogar Hardware-Synthesizer damit ansteuern. So ein Programm zum Umwandeln ist zum Beispiel “Osculator“. Die Installation ist einfach und man schafft nach wenigen Minuten ganz passable Ergebnisse. Einen anderen Ansatz haben die Stand-Alone-Anwendungen: Mit der “Loop Machine“ kann man Loops abspielen und modifizieren. Der Entwickler beschreibt es selbst als ein stark vereinfachtes “Ableton Live“. Mit dem “Wiinstrument“ kann man wie bei “OSCulator“ Rumgefuchtel in MIDI übersetzen und im Drumstiicks-Mode sogar auf dem Bildschirm rumtrommeln. Ein anderes Programm ist der “SiimpleSynth“. Ein Synthesizer, der über Bewegungen gesteuert werden kann. (Quelle: Lennart Döring,Mit Nintendos Wii kämpfen Micromattic gegen die Laptopstarre, de:Bug 129)

(via de:Bug)

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